Gespeichert unter: gesellschaftliches | Schlagworte: Charta for Compassion, Fundamentalismus, Goldene Regel, Liebe, Nächstenliebe, Religion, TED, Weltethos, Weltreligionen
Vor ein paar Tagen erhielt ich einen Newsletter von TED - Technology, Entertainment, Design. TED ist eine Website mit jeder Menge großartigen Videos von bekannten und anerkannten Personen aus den Bereichen Technologie, Unterhaltung und Design. Zu finden ist die Website unter http://www.ted.com/index.php/
Bei dem Newsletter handelte es sich um eine Einladung zur Niederschrift einer „Charta für Mitgefühl“, die von Gläubigen aller Weltreligionen verfasst werden soll. Doch wie könnte diese aussehen?
Unter http://charterforcompassion.com/ ist ein Video zu finden, das die Grundlage zum heutigen Artikel darstellt. Auf der Website befindet sich ein Link zum selben Video mit Subtiteln in mehreren Sprachen.
Aus meiner Sicht haben die Begründer dieser Idee ganz einfach schlecht recherchiert, denn während meiner Diplomarbeit bin ich über http://www.weltethos.org gestolpert, einer Stiftung, die bereits seit einigen Jahren existiert. Die Ideen hinter diesen beiden Organisationen ist es, die Menschen hinter den Religionen auf die Goldene Regel aufmerksam zu machen, die da lautet: Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu. Oder positiv: Was du willst, das man dir tut, das tue auch den anderen!
Zielgruppe dieser Idee sind sogenannte Fundamentalisten, eiserne Verfechter der Religion an die sie glauben. Da sie von der „Wahrheit“ ihrer Religion überzeugt sind, neigen sie dazu den Angehörigen anderer Religionen oder den „Ungläubigen“ mit Verachtung zu begegnen. Natürlich kann man hier nicht pauschalisieren, denn jede größere Gruppe hat ihre schwarzen Schafe. Allerdings sei gesagt, dass die Geschichte der Religionen mit viel Blut geschrieben wurde. Dabei floß das Blut sowohl von den Angehörigen der Religion als auch von Außenstehenden.
Man könnte daher durchaus die Meinung vertreten, dass die Welt ohne Religionen besser dran wäre. Doch vielen Menschen gibt die ein oder andere Religion ein Zuhause, einen Sinn im Leben und ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Positive Werte, die so manchen Menschen dazu bewegen ihren Mitmenschen Gutes zu tun.
Doch was ist mit jenen, die im Namen ihres Glaubens Waffen schmieden und in den Krieg ziehen? Wie könnte man diese Menschen aufhalten oder zu einem friedlichen Konsens bewegen?
Eine aggressive Lösung dafür wäre es, die Grundfesten ihrer Religion zu erschüttern und sie dadurch auf den Boden der Tatsachen zu holen. Allerdings würde dies sehr vielen Menschen jegliche Hoffnung nehmen. Die Folgen wären verheerend.
Eine friedlichere Lösung besteht darin, den Kontakt zu suchen und auf die Gemeinsamkeiten innerhalb der Religionen zu verweisen, wie es auch von Weltethos gemacht wird. Ich bezweifle allerdings, dass die Fundamentalisten der Religionen sich zu diesem Konsens herablassen. Wenn man es aus ihrer Position aus sieht, sind sie die Verfechter des einzig wahren Glaubens, während die Un- und Andersgläubigen von ihnen entweder bekehrt oder bekämpft werden müssen. Dennoch könnte diese Herangehensweise kleine Erfolge erzielen, die nicht unbedingt sichtbar sein werden.
Meine bevorzugte Lösung ist die der Liebe. Es gibt nichts, was sich einer tiefen, erfüllten Liebe auf Dauer widersetzen kann. Gemeint ist natürlich nicht die „Liebe“, wie sie in zahlreichen Büchern, Filmen und TV Shows angepriesen wird, sondern die Liebe zum Leben, zu den Menschen und zu sich selbst. Mehr dazu unter http://arttheartist.wordpress.com/2008/11/03/redesign-liebe/
Ich bin kein Fundamentalist. Und ich bin auch nicht religiös. Es erscheint nicht richtig, mich einer Religion anzuschließen. Die Religion teilt die Welt in Gläubige und Ungläubige auf. Und das ist ihr größter Fehler. Denn es gibt auf dieser Erde weit und breit kein einziges Lebewesen, das „gottlos“ ist oder nicht an irgendetwas glaubt.
Abschließend sei gesagt: Die Welt wird nicht besser, wenn man Reden schwingt oder Regeln aufstellt. Gefragt sind Taten. Taten aus Liebe. Einer Liebe, die sich nicht von Gegenliebe oder Dank ernährt, sondern von Herzen kommt und unerschöpflich ist. Einer Liebe, die dem Leben und den Menschen gilt.
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