Gespeichert unter: gesellschaftliches, nachdenkliches | Schlagworte: Angst, Film, Leben, Menschenhandel, Menschenleben, Theresa Scholze, Tod, Trade, Würde, Wert
Vor einigen Tagen hab ich den Film „Fleisch“ mit Theresa Scholze in der Hauptrolle gesehen. Auch diesmal hat Theresa schauspielerisch auf ganzer Linie überzeugt. Der Film selbst war kein großer Hit. Irgendwie fehlte es an Tiefe und man konnte zu den meisten Charakteren keine engere Bindung herstellen. Auch die Bildwelten waren eher karg. Das Thema des Films ist es jedoch wert, darüber zu schreiben.
In dem Film geht es um skrupellose Menschen, die andere Menschen ausschlachten, um Geld zu verdienen. Sie bedienen sich dabei bei der armen Bevölkerung Afrikas, allerdings wird in dem Film ein weißes Paar bedroht. Irgendwie stellt man sich da schon die Frage, ob man den Film nicht auch ohne das weiße Paar hätte drehen können. Betroffene gabs vor Ort ja genug.
Vor längerer Zeit hab ich einen ähnlichen Film, namens „Trade“, gesehen, der von Menschenhandel handelt. Obwohl die Menschen in dem Film nicht als Organbanken missbraucht wurden, war die Wirkung des Films deutlich intensiver. Die Charaktere gingen einem ans Herz und die Schicksale bewegten sehr. Vor diesem Zusammenhang fragt man sich:
Was ist ein Menschenleben heutzutage wert? Warum gibt es Menschen, die andere Menschen verkaufen, um sich selbst zu bereichern? Gibt es Menschen, die mehr wert sind als andere?
Ich denke, jedes Menschenleben ist es wert, dass man es NICHT bewertet. Stellt man die Frage nach dem Wert eines Menschenleben, stellt man auch indirekt die Frage nach dem Wert des Lebens. Und das Leben läßt sich nicht bewerten. Kein Mensch kann Leben aus dem Nichts erschaffen und daher liegt es auch nicht in seiner Macht, Leben zu bewerten. Schätzt er sein eigenes Leben, hat er entweder Angst es zu verlieren oder er bemitleidet sich selbst. Urteilt er über das Leben anderer ist er entweder eifersüchtig oder überheblich. Alles in allem keine sonderlich nützlichen Eigenschaften. Man könnte auch sagen, dass die Fähigkeit des Menschen, zu bewerten, ihn tatsächlich davon abhält das Leben zu „er“leben.
Zweifel an meiner Aussage? An wievielen Menschen läuft man tagtäglich vorbei, ohne sich die Mühe zu machen mit ihnen zu kommunizieren? Wie oft schaut man täglich in den Spiegel, ohne die Vollkommenheit des eigenen Gesichts zu bewundern? Wie oft schlingt man das Essen hinunter, ohne den Geschmack zu geniessen?
Seit die Menschheit gelernt hat, Gut von Böse, Reich von Arm, Tag von Nacht zu unterscheiden, geht es mit ihr kontinuierlich bergab
Zum Abschluß etwas zu Nachdenken: Wenn wir uns mal einen Tag freinehmen und sämtliche Fernsehkanäle (Filme, Serien, Nachrichten,…) auf getötete Menschen hin abzählen, bin ich der Meinung, dass die Anzahl der toten „Bösen“ die Anzahl der toten „Guten“ und Unbeteiligten deutlich übersteigen dürfte. Natürlich sind die meisten Tode insziniert, aber verbessert dies irgendwas an der Aussage? Auch wenn die „Bösen“ böse sind, handelt es sich dennoch um Menschen. Und nur damit wir tagtäglich das Gute siegen sehen können, wird sehr viel Filmblut vergossen und jede Menge gespieltes Menschenleben ausgelöscht. Sicher, unser gerechtes Gemüt wird dies vielleicht glücklich stimmen. Aber letzten Endes wird mit jedem Tod die Bedeutung eines Menschenleben … nein, dem Leben selbst entwertet.
1 Kommentar bis jetzt
Kommentieren
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <pre> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
[...] entstehen, dass auf ihr nur ein bestimmter Personenkreis zu finden ist. Ich habe bereits unter http://arttheartist.wordpress.com/2008/11/23/fleisch-und-die-wurde-des-menschen/ geschrieben, dass es sowas wie den Wert eines Menschen nicht gibt. Ein jeder Mensch ist Teil eines [...]
Pingback von Singlesite für Blinde « Ideenlager November 30, 2008 @ 10:33