Ideenlager


Warum Warhammer ein Fehlschlag ist
November 25, 2008, 9:13
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Sicher, ich hab der zeitlichen Entwicklung etwas vorgegriffen. Warhammer hat sich gut verkauft und die Entwickler scheinen recht euphorisch den Erfolg zu feiern. Trotzdem wird Warhammer nicht gegen den Konkurrenten World of Warcraft bestehen können. Warum das so ist und welche Möglichkeiten die Entwickler haben um das baldige Ende abzuwenden, ist Thema dieses Artikels.

Bevor ich die Schwächen in Angriff nehme, möchte ich zuerst die Stärken von Warhammer aufzeigen. Da wären zum Beispiel die vielen Klassen, die sich allesamt recht vielfältig spielen lassen. Angefangen von einer einfachen Tankklasse, wie dem Schwarzork über den hinterhältigen Hexenjäger bis hin zu der Zauberin haben alle unterschiedliche Spezialfähigkeiten, die sich bei allen immer etwas anders aufbauen lassen. Es hat großen Spaß gemacht, mit einem neuen Charakten in die Welt zu ziehen und neue Fähigkeiten zu entdecken.

Im Gegensatz zu WoW (World of Warcraft) ist das PvP besser mit der Spielfluss verknüpft. Jede Stufe der Spielwelt bietet neben einem Kriegslager auch den passenden PvP Bereich, wo strategische Punkte und Burgen erobert werden müssen. Und natürlich gibt es für die entsprechenden Stufen auch instanzierte Szenarien, wo Spieler aufeinander treffen können.

Auch die Musik ist stimmig und passt hervorragend zu der jeweiligen Umgebung. Soweit die Stärken von Warhammer. Kommen wir nun zu den Schwächen.

Das größte Manko und damit auch der Hauptgrund für den baldigen Misserfolg von Warhammer ist die grafische Benutzungsoberfläche. Es ist, als hätte man sich überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, wie die Steuerung der Charaktere funktionieren könnte. Stattdessen hat man einfach das Interface von WoW ohne viel nachzudenken übernommen. Dabei scheint man das Konzept dahinter nicht verstanden zu haben. So leuchten in Warhammer bunte Icons auf, es zählen fleißig Sekunden runter und Befehle, die man nicht verwenden kann, sind trotz allem aktiv. Es könnte glatt der Gedanke aufkommen, das Interface wurde von einem Praktikanten aus dem Hause EA zusammengebastelt oder der Neffe des Chefs war so nett und hat sich um die Sache gekümmert. Wer auch immer für das Interface verantwortlich ist, hat gegen das Spiel gearbeitet.

Neben diesem Manko lassen sich einige weitere nennen, wie z.B. schwierige öffentliche Quests, die meist mehrere Spieler benötigen, eine fehlende Gruppensuche, um gemeinsam Instanzen zu erkunden und die mangelnde Belohnung für das töten schwieriger Gegner. Auch die Grafik von Warhammer wirkt stellenweise uneinheitlich und farblos. In diesen und anderen schwierigen Sachverhalten sind zahlreiche Mails von mir an den Support rausgegangen.

Mein Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Interface von Warhammer. Auch in dieser Hinsicht ist WoW nicht perfekt und könnte einiges an Verbesserungen vertragen. Warhammer hätte in dieser Sache gegenüber WoW punkten können.

Zum Beispiel indem man das Spiel etwas strategischer betrachtet und eine Steuerung nutzt, wie sich oft auch in Strategiespielen genutzt wird. Ich dachte dabei an Combos. Ähnlich wie bei den Bauaufträgen, könnte der Spieler einfach eine Reihenfolge für den Einsatz seiner Fähigkeiten festlegen und diese beim Angriff abrufen. Weniger Klicks, weniger Tasten, die gedrückt werden müssen -> angenehmeres Gameplay. Ebenso könnten Gegner in bestimmter Reihenfolge angewählt werden und würden dann in dieser von dem Avatar bekämpft werden. Für die Heiler wäre eine andere Perspektive denkbar; die Vogelperspektive. Von schäg oben sehen die Heiler ihren Wirkungsbereich und können angeschlagene Gruppenmitglieder bzw. befreundete Spieler leicht selektieren und heilen. Denkbar sind hier gespreicherte Gruppenselektionen, die kurzzeitig auf Tasten gelegt werden und somit das Auffinden vereinfachen.

Für die anderen Spieler sind Angriffsmenüs möglich, die bestimmte Angriffsbefehle gruppieren und per Klick auf den Gegner auswählbar sind. Rechtsklick auf den Gegner, bei gedrückter Taste in die Angriffsgruppe ziehen. Fertig. Um den Angriff genau zu bestimmen, zieht man die Maus einfach weiter in ein Untermenü. Oder man nutzt Mausgesten. Bei zukünftigen Touchscreens sicher sehr praktisch. Die Möglichkeiten sind zahlreich, doch EA ist damit viel zu spät dran. Allerdings kann auch vieles beim vorhandenen Interface ausgebessert werden, ohne gravierend umbauen zu müssen.


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