Ideenlager


Ich, die Eiszeit
10. Februar 2010, 10:12
Einsortiert unter: kreatives, unterhaltsames | Tags: , , , , , , , ,

So könnte der Titel für mein neuestes Spielkonzept lauten, das gleichermaßen simpel, wie komplex ist. Es ist eine Art Ego-Shooter, der ganz ohne Waffen und Gewalt auskommt. Die Gegner, in diesem Falle also die Menschheit, werden kurzerhand eingefroren. Die Idee selbst kam mir dank dieser kalten Tage, die einfach nicht auslaufen wollen.

Das Spiel findet in der Ego-Perspektive statt. Die Kälte selbst zeigt sich nur in direkter Auswirkung auf ihre Umwelt. Während des Spiels gibt es mehrere “Missionen”, bei denen es zu einer gravierenden Größenveränderung kommen kann. Die kleinste Version der Kälte friert Wasserhähne zu, bewegt sich über Strömungen oder Leitungen schneller fort und kann sich mit der Zeit durch Wände frieren. Die große Version der Kälte steigt in den Himmel auf, vereint sich mit Wolken und läßt Schnee und Hagel auf die Erde niederfallen. Sie kann auch durch die Straßen wandeln und eine Stadt zufrieren lassen oder vernichtend über ganze Landstriche schweben.

Die Gesundheitsanzeige der Kälte wird am Bildschirmrand angezeigt. Dieser ist im Falle einer optimalen Kälte mit Eis/Rauhreif bedeckt. Das sieht nicht nur cool aus, sondern verstärkt das Gefühl von Kälte für den Spieler. Verliert die Kälte an Stärke, beginnt das Eis zu tauen und Wasser läuft langsam den Bildschirm herunter. Ist der letzte Wassertropfen am unteren Bildschirmrand verschwunden, ist es aus mit der Kälte.

Der aktuelle Zustand der Umgebung wird durch die Änderung von warmen in kalte Farben angezeigt. Warme Luft flimmert, die Sonne wirft harte Schatten und die Sicht ist ungehindert. Je kälter es wird, desto mehr weichen die warmen Farben den kalten. Die Sicht wird durch einen hellblauen Schleier getrübt, es schneit und die Gegend verwandelt sich zunehmend in eine Schnee bzw. Eis bedeckte Landschaft.

Das Spiel benötigt insofern kein störendes Interface und läßt sich komplett über die Maus oder ein artverwandtes Eingabegerät steuern. Mit einem Klick bewegt sich die Kälte, durch die Mausbewegung gibt man die Ansicht bzw. die Richtung vor. Evtl. kann man noch das Mausrad nutzen, um zu zoomen.

Die Fortbewegung der Kälte findet hauptsächlich über wärme-leitende Elemente statt. So ist z.B. die Luft kein Wärmeleiter, es sei denn, es regnet, oder die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Natürlich spielt daher Metall eine große Rolle. Die Kälte kann z.B. Laternenpfosten mit Kälte aufladen, was diese dann an die Umgebung abgeben. Bei einem Haus, kann die Kälte z.B. über die Wasserleitungen in das Haus eindringen. Oder sie begibt sich auf die sonnen-abgewandte Seite des Hauses und schafft ideale Bedingungen, um sich durch die Wand zu frieren. Je mehr die Umwelt von der Kälte erfasst wird, desto transparenter werden die Objekte darin.
Dann kann die sonst langsame Kälte über Luftströmungen schneller vorankommen bzw. schwierige Passagen schneller überbrücken. Die Sonne, das Feuer und einige technische Entwicklungen der Menschen sind die größten Gegenspieler der Kälte. Deshalb muss die Kälte sich in schattigen Plätzen sammeln, direkte Sonne meiden, in der Nacht agieren, Feuerstellen ausblasen und jede Möglichkeit nutzen, ihre Stärke auszubauen. Dabei muss sie auch strategisch vorgehen, denn wird ihre Präsenz bemerkt, leiten die Menschen Gegenmaßnahmen ein, die vielleicht sogar das Scheitern bedeuten.

Ziel des Spiels ist es natürlich, eine neue Eiszeit einzuläuten. Das geschieht relativ zeitgleich mit der Vereisung der Meere. Passenderweise erhält der Spieler Informationen über seine steigende Macht in Form von Nachrichtensendungen, die ihn neben den Auswirkungen seiner Taten auch über kalte Strömungen informieren. Nebenher erhält er Informationen über geplante Maßnahmen der Menschen, sich gegen die Kälte zu stellen.

Einen nützlichen Effekt hat das Spiel natürlich auch noch. Denn immerhin lernt man etwas über das Wesen der Kälte und die Möglichkeiten, sich davor zu schützen.

Ein Problem bei diesem Spielkonzept könnten die chemischen und physikalischen Eigenschaften und Auswirkungen sein, deren Berechnung für eine korrekte Simulation erforderlich sein wird.


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