Ideenlager


Corporate Identity- Ein Ansatz

Derzeit habe ich 3 Projekte auf dem Tisch, die eins gemeinsam haben: Sie erfordern eine Corporate Identity. Mein Anteil beschränkt sich manchmal auf das Corporate Design, wobei selbst das eine Aufgabe ist, der man sein ganzen Leben widmen kann. In diesem Artikel möchte ich eine Herangehensweise an diese komplexe Thematik vorstellen, die meines Erachtens vieles leichter macht.

Ein Unternehmen ist ein Gebilde, dass sich aus vielen Einzelheiten zusammensetzt. Von der Wortwahl der Angestellten über die Gestaltung der Räumlichkeiten bis hin zur Kommunikation nach außen. Alles trägt zu einem Gesamtbild bei, der Corporate Identity. Wie man die CI (Corporate Identity) von außen wahrnimmt, wird als Corporate Image bezeichnet. Im Idealfall stimmt das, was das Unternehmen von sich selbst denkt, mit dem Bild in den Köpfen der Menschen überein, die das Unternehmen wahrnehmen.

Warum das so sein sollte, ist einfach zu erklären: Jede Erfahrung, die wir machen, bildet ein neues Denkmuster in uns aus. Mit Hilfe dieser Denkmuster sind wir in der Lage bestimmte Situationen zu meistern, indem wir auf unsere Erfahrungen zurückgreifen. Etwas banales, wie das Öffnen einer Tür ist uns nur deshalb möglich, weil wir diesen Prozess bereits viele Male wiederholt haben. Würden diese Denkmuster ständig zerfallen, würden wir vor jedem Haus mit dem Problem des Betretens konfrontiert. Auf der Basis unserer Denkmuster erwarten wir demnach bestimmte Signale, die das Bild in unserem Kopf bestätigen. Stimmen die Signale nimmt überein, dann sind wir irritiert, verärgert oder entsetzt. Um das Beispiel mit der Tür wieder aufzugreifen: Einem Türgriff, den man hoch drücken muss, um die Tür zu entriegelt, wären wir bestimmt nicht wohl gesonnen, da es dem, was wir gewohnt sind, enorm widerspricht.

Ein Unternehmen sendet ebenfalls Signale aus. Bilden diese ein Muster, das uns vertraut vorkommt, öffnen wir uns in die Richtung des Unternehmens. Passen allerdings einige Signale nicht in das Muster, dann sind wir deutlich skeptischer. Und wenn wir skeptisch sind, sind wir nicht bereit Produkte des Unternehmens ohne Bedenken zu kaufen.

Hinter jedem dieser Signale steht immer ein Mensch. Und ganz gleich wir groß ein Unternehmen ist, es kann nur Signale senden, die andere Menschen auch wahrnehmen können. Deshalb läßt sich die gesamte Komplexität einer Corporate Identity auf das runterbrechen, was sie letztendlich auch darstellt: einen Menschen. Steht man vor der Aufgabe, eine Corporate Identity zu gestalten, dann nimmt man sich am besten einfach einen Menschen vor. Dieser Mensch stellt sich relativ einfache Fragen, die es zu beantworten gilt:

Wie sehe ich aus? – Corporate Design
Wie verhalte ich mich? – Corporate Behaviour
Wie kommuniziere ich? – Corporate Communication
Wie sehen mich andere? – Corporate Image
Was sind meine Werte und Normen? – Corporate Culture

Mit der Beantwortung dieser Fragen hat man einen leichteren Zugang zu dem komplexen Gebilde einer Corporate Identity, erhält dennoch eine voll funktionsfähige Vorlage. Letzten Endes entwirft man eine Persönlichkeit, einen Charakter, der das Unternehmen darstellt. Natürlich muss dieser Charakter dann auch nach außen über Farben, Formen, etc. kommuniziert werden. Im Idealfall nehmen Außenstehende das Unternehmen mit all den Aspekten des Charakters wahr. Jedoch nie den Charakter selbst. Dennoch sorgt die Konsequenz des ausgestalteten Charakters für eine bessere Glaubwürdigkeit des Unternehmens, die sich im Vertrauen seitens der Kundschaft äußert.


2 Kommentare bis jetzt
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Ganz meiner Meinung! Super Artikel!!!!

LG ;-)

Kommentar von Davide De Leo

Dankeschön!

Wer ein Beispiel mustergültiger Corporate Identity auf der reduzierten Komplexitätsebene (1 Person) benötigt, dem sei “P!nk” empfohlen. Die Frau weiß ganz offensichtlich, wie man das macht :)

Gruß
Art

Kommentar von arttheartist




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